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Was
war besonders schlimm?
Textpassagen
aus den Antworten zu den Fragen Was ist auf der Flucht
alles passiert? und Was war besonders schlimm?
vermitteln einen Eindruck von den Ängsten und Schreckensbildern,
die die Frauen damals erlebten:
Tiefflieger
beschossen uns, [wir] flohen [in den] Wald, nur noch ein Schreien.
Tote Pferde und Menschen lagen im Straßengraben, hingen
über Pferdedeichseln. Die Russen pferchten uns zusammen
und nahmen uns das letzte Brot aus der Tasche. Hunger und Elend
verfolgten uns. Unser 7 Jahre [alter] Bruder verstarb. Unser
Vater im Februar gefallen, das kann niemand wieder gut machen
- wird nie aus unseren Köpfen gehen.
Große
ostpreußische Trecks wurden von russischen Panzern nieder
gewalzt mit Frauen und Kindern, Opa und Oma.
Der
Treck, der sich Fuhrwerk an Fuhrwerk auf der einzigen nach Stolp
führenden Straße bewegte, wurde in den Straßengraben
mit all den toten Menschen und Pferden gekippt. Eine deutsche
Frau, die schwer verletzt mein Vater im Graben fand, wurde ins
Haus geholt und musste den Russen übergeben werden.
Dass
die rückwärts ziehenden Truppen die Trecks in den
Straßengraben, [in] Schneewehen drängten, um schneller
voranzukommen, Kinder, Kranke und Alte interessierten nicht.
Der
Großvater warf sich beim Panzerbeschuss über meine
Schwester und mich und rettete unser Leben.
Vergewaltigung
der Mutter, Tieffliegerbeschuss [des] Trecks auf der Oderbrücke
und danach.
Vergewaltigung.
Es war sehr schwer. Nur Mutter und wir sieben Geschwister. 17-15-11-10-5
und Zwillinge, vier Jahre alt.
Vergewaltigungen
miterlebt. Soldaten wurden vor unseren Augen erschossen und
dann zum Spott an Bäume gestellt. Nächte im Wald verbracht.
Tagelang gehungert. In geschlossenen Viehwagen auf der Flucht
gewesen, die Leute lagen aufeinander. Notdurft wurde in den
Viehwagen vollbracht. Leute starben vor Hunger. Häuser
wurden angesteckt.
Der
Beschuss der Bordkanonen. Menschen, die getötet oder verwundet
wurden. Wildgewordene Pferde, die führerlos herumliefen.
Wagen voll toter Menschen, tote erfrorene Kinder in Kinderwagen.
Ganze Fuhrwerke, die in der Rinne versunken waren.
Torpedierung
unseres Geleitzuges von russischen U-Booten: Zwei Schiffe gingen
unter! In unserem Schiff blieb Torpedo als Blindgänger
stecken, explodierte nicht!
Das
Chaos am Bahnhof und der überfüllte Zug.
Jeden
Morgen waren alte Leute und kleine Kinder im Waggon erfroren.
In diesen 24 Tagen haben wir kein Essen oder Trinken erhalten,
manchmal Wasser von der Lokomotive.
In
Schnee und Eis ca. 20 Grad Kälte, gelaufen mit Gepäck
und Kind auf Schlitten, die Angst, Phosphorangriffe durch Tiefflieger
in Chemnitz auf dem Weg nach Erdmannsdorf. Diese schossen auf
die Flüchtlinge.
Die
Leute verschlossen die Türen, damit sie nicht von den vielen
Vertriebenen belästigt wurden. [
] Es starben viele
Menschen, die die Angehörigen am Wegrand liegen lassen
mussten, um weiter zu ziehen.
Eine
verrückt gewordene Frau wurde erschossen.
Manche
Frauen wollen sich heute zu diesen Geschehnissen nicht mehr
äußern:
Kann man nicht erzählen, das war
so schlimm, es würde nicht geglaubt werden, außerdem
will ich auch gar nicht mehr darüber reden, bin 86 Jahre.
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