| Deportation
zur Zwangsarbeit
134
der 507 befragten Frauen gehören zur Gruppe der Reparationsverschleppten
(nach deutschen Quellen über 600.000 deutsche Zivilisten).
Diese Menschen waren 1944/45 in die Sowjetunion deportiert worden,
um dort - nach sowjetischer Terminologie - zur Wiedergutmachung
der Kriegsschäden beizutragen; d.h., sie mussten
dafür jahrelang Zwangsarbeit leisten.
Die
Deportation der arbeitsfähigen deutschen Bevölkerung
begann bereits um die Jahreswende 1944/45 - also noch vor Kriegsende
- in den deutschen Minderheitsgebieten in Südosteuropa.
Nach einer Registrierung der gesamten deutschen Bevölkerung
in dieser Region mobilisierten sowjetische Einheiten
- in Zusammenarbeit mit den lokalen (z.B. rumänischen)
Behörden deutsche Zivilisten, um sie nach Osten zu verschleppen.
Nach dem Einmarsch der Roten Armee in den ostdeutschen Gebieten
jenseits von Oder und Neiße wurden dann auch hier Zivilisten
in Sammellager getrieben, in Viehwaggons verladen und wochenlang
zum Arbeitseinsatz in die sowjetischen Lagerbezirke transportiert.
Gemäß dem Deportationsbefehl sollten Männer
im Alter von 17 bis 55 und Frauen im Alter von 18 bis 32 Jahren
erfasst werden.
Herkunft
und Alter der 134 deportierten Frauen
Diagramm
D 10a:
Herkunftsregion und
erste Station im
Deportationsgebiet
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Diagramm
D 10b:
Letzte Station
im Deportationsgebiet
vor der Entlassung
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Die
Diagramme D 10a und D 10b veranschaulichen, dass der größte
Teil der befragten Frauen, die in die UdSSR deportiert worden
waren - 61 von insgesamt 134 Frauen bzw. 45 Prozent - aus Siebenbürgen
(Rumänien) stammen. Meist landeten die Transporte aus den
Donauländern im Donezkbecken oder anderswo in der Ukraine.
Hier wurden die deportierten Deutschen - Männer und Frauen,
Ältere und Jüngere gleichermaßen - zur Schwerstarbeit
in Kohlebergwerken, in der Schwerindustrie, auf Baustellen,
an Bahndämmen, in Ziegeleien sowie in der Land- und Forstwirtschaft
eingeteilt.
Als
mit am schlimmsten empfanden es die jungen Mütter, dass
sie vor der Deportation von ihren kleinen Kindern getrennt worden
waren. (Nur Mütter mit Kindern unter einem Jahr waren von
der Deportation ausgenommen.) Auch andere hilfsbedürftige
Angehörige mussten unversorgt zurückgelassen werden.
In kurzen Textpassagen berichten die befragten Frauen, wie ihre
Familien durch die Deportationen für Jahre oder auch für
immer auseinander gerissen wurden:
Trennung
von meinem dreijährigen Kind, [ich] sah es nach 13 Jahren
wieder.
Trennung von meinen Eltern. Ich war mit meiner Schwester
zusammen verschleppt. Mein Vater war gelähmt im Bett, schwerkrank
und blieb mit meiner Mutter allein.
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