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Mutter
und Schwester blieben zu Hause; Vater und Zwillingsschwester
wurden mitverschleppt; Vater in ein anderes Lager.
Fünf
Jahre getrennt von meinem Sohn, den meine Mutter während
dieser Zeit versorgt hat. Meine Schwester an Typhus im Lager1083
gestorben.
Die
zweitgrößte Gruppe unter den deportierten Frauen
bilden in dieser Befragung die Zeitzeuginnen aus Ostpreußen
(37 Frauen bzw. 28 Prozent). Sie wurden - ebenso wie die aus
Westpreußen, Pommern, Schlesien oder aus dem Karpatenraum
stammenden Frauen - meist ins Uralgebiet, nach Sibirien oder
sogar ans nördliche Eismeer verfrachtet. In dieser Gruppe
waren auch Frauen aus der Gruppe der Vertragsumsiedler,
die nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1939/40 aus den baltischen Staaten,
aus Wolhynien, Galizien oder Bessarabien nach Westpreußen
und ins Wartheland umgesiedelt worden waren.
Wie
erwähnt, waren für die Deportierten Altersgrenzen
festgesetzt worden. Diese Regeln wurden allerdings, wie die
Aussagen der befragten Frauen belegen, oft nicht eingehalten.
So waren unter den Mitgefangenen junge Mädchen im Alter
von 12 bis 17 Jahren, manchmal sogar Kinder, sowie Frauen, die
älter als 60 Jahre waren.
Transport
in Viehwaggons
In
knappen Worten schildern die Frauen die Zustände in den
Viehwaggons, in denen sie auf den Transporten in die Deportationsgebiete
einpfercht und wochenlang bei eisiger Kälte unterwegs waren.
Viele Menschen starben bereits hier an Hunger, Erfrierungen,
Erschöpfung und Krankheiten:
In
Viehwaggons mit Eisengitter am Fenster, ohne Sitz, ohne Liegemöglichkeit.
Drei Wochen ohne warme Suppe. Bittere Kälte. Ein Loch im
Fußboden diente als W.C. für 60, später 90 Personen.
In
drei Wochen zweimal warme Suppe, ansonsten täglich zwei
Scheiben Trockenbrot, etwas Käse und fast kein Wasser.
Es starben schon einige im Waggon, mein Vater bei Moskau. Die
Toten wurden ausgezogen und auf die Kohlen geworfen.
[Auf
einem Transport nach Sibirien] täglich kurze Öffnung
des Waggons und Frage: Wie viel Tote?; Ernährung:
täglich eine halbe Tasse Wasser und eine Tasse Erbsensuppe.
Eine Holzrinne wurde als Toilette benutzt. Kein Verlassen des
Waggons innerhalb von vier Wochen.
[
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die Kälte in den vereisten Waggons; der Hunger und Durst;
die kahlen Bretter in den Waggons als Schlafplätze ohne
Decken: ein großes rundes Loch im Boden des Waggons für
die Notdurft; und die Toten, die einfach in den Schnee geworfen
wurden.
Einer
der befragten Frauen ist besonders in Erinnerung geblieben,
wie [unter solchen Umständen] eine Frau ein Kind
geboren hat.
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